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Gefühl oder Emotion?

Gibt es da einen Unterschied?
Ja, tatsächlich! Lange Zeit wusste ich nicht darum, jetzt wird es mir immer deutlicher.
Der folgende Beitrag zeigt auf, worin die beiden Prinzipien wurzeln und gibt Dir Werkzeuge an die Hand, die Dich den wahren Empfindungen aus Dir selbst heraus wieder näher bringen.


Was sind Emotionen?
Emotionen treten, nach meiner Auffassung und meinen Erfahrungen, praktisch immer reflexartig zutage.
Sie sind, kurz gesagt, Reaktionen auf Reize.

Im Grunde sind es in den meisten Fällen tatsächlich unsere Emotionen, die uns steuern.
Unser Leben lang haben wir gelernt, auf bestimmte Reize mit einer bestimmten Empfindung zu regieren.

Es ist eine Art Abwehrmechanismus, den wir uns zueigen gemacht haben um uns zu schützen.
In einer ego- /verstandesgeprägten Welt, in der wir aufgewachsen sind, ist praktisch jede Kritik, jede andersartige Meinung usw. ein Angriff.
So empfindet es zumindest der Verstand bzw. das Ego, dem es ums bloße Überleben geht.

Jemand beschimpft, entwertet, kritisiert Dich?
Je nachdem, was Du gelernt hast, welche Schlüsse Du aufgrund Deiner Erfahrungen Du über Dich und Deinen Wert gezogen hast, wird Dein System nun entsprechend reagieren.

Wenn ein Glaubenssatz über Dich selbst beispielsweise lautet
"Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.", dann erzeugt eine Beschimpfung oder negative Kritik Dir gegenüber wahrscheinlich eine Emotion von Gedemütigt-sein.

Du reagierst also "emotional".

Das Muster ist folgendes:

  1. Ein Reiz strömt von außen auf Dich ein
    (Konfrontation, Beschimpfung)
  2. Dein System verbindet es mit einer oder mehreren Erfahrungen aus Deiner Vergangenheit (meistens aus der Kindheit), anhand derer Du Deinen destruktiven Glaubenssatz über Dich selbst gebildet hast
    (Entwertung durch Eltern/Autoritäten)
  3. Diese Erfahrung(en) ist/sind dann wiederum an bestimmte Empfindungen - eben die Emotionen - gekoppelt, die Du dann fühlst
    (Trauer, Wut, Gedemütigt-sein)

Emotionen sind demnach etwas Konditioniertes, etwas Antrainiertes.
Sie sind etwas, das wir uns im Laufe unseres Heranreifens einfach als Muster angenommen haben.
Wir haben gelernt, dass diese Emotionen scheinbar zu uns gehören.
Sie bestätigen uns schließlich in unseren destruktiven Glaubenssätzen. 
Gleichzeitig füttern sie diese.
Dieser Teufelskreis ist uns in den meisten Fällen allerdings nicht bewusst.


Die Ebene, auf der sich Emotionen abspielen
Emotionen wurzeln, nach meiner Beobachtung, in den allermeisten Fällen im Ego. Wenn wir von der oben beschriebenen Situation ausgehen, dass Du von jemandem beschimpft und diffamiert wirst und Du darauf - wie auch immer - innerlich reagierst, passiert dies, weil Dein Ego sich herabgesetzt und entwertet fühlt. Es denkt, dass es kleiner geworden ist.

Natürlich gibt es auch Menschen, die mit Wut und dem Bedürfnis zurückzuschlagen auf derartige äußere Reize reagieren - je nachdem wie der- oder diejenige konditioniert oder aufgewachsen ist und welche Glaubenssätze in ihm/ihr herrschen.

 

 

Was sind Gefühle?
Dieser Teil lässt sich etwas  kürzer beschreiben.
Gefühle sind - anders als kurzlebige Emotionen - sehr viel nachhaltiger und spielen sich auf einer übergeordneten Ebene ab.

Das ist die Seins-Ebene.
Die Ebene Deines wahren Wesens und genau die Ebene, auf der wahrhaftige Begegnungen stattfinden und nahe Beziehungen aufgebaut werden.

Zudem sind Gefühle sehr viel universeller zu betrachten.
Wenn Du Dich bespielsweise mit jemandem besonders verbunden fühlst, und dies vielleicht gar nicht so richtig erklären und begründen kannst, dann ist hier, aus meiner Sicht, von wahrhaftigen Gefühlen zu sprechen.

Gefühle treten außerdem oftmals genau dann zutage, wenn Du sie nicht erwartest.
Gefühle sind nicht berechenbar!

Wir alle kennen das sogenannte Bauchgefühl. Das ist ein super Beispiel.
Du kommst in eine Situation oder betrittst einen Raum und irgendwie bekommst Du direkt ein eigenartiges, ungutes oder mulmiges Gefühl.
Das kann dann unter Anderem daran liegen, dass im Raum eine angespannte Atmosphäre herrscht, weil es gerade kurz zuvor einen Streit gab.

Ich selbst habe bei mir selbst festgestellt, dass ich sehr feine Antennen habe, wenn es anderen Menschen schlecht geht.
Dann begegne ich diesen Menschen und obwohl sie mich freundlich grüßen und wir einen angeregten, freundlichen und offenen Austausch haben, merke ich ihnen an, dass etwas nicht stimmt.

Auf meine Nachfrage hin, bekomme ich dann stets die Bestätigung und ihre Geschichte dazu.

In dem Moment allerdings, in dem ich genau dieses ungute Gefühl wahrnehme, lege ich es nicht darauf an. Es kommt einfach ohne dass ich beschließe, herauszufinden ob es meinem Gegenüber auch wirklich gut geht.

 

Emotionen lassen sich künstlich erzeugen

Ein markanter Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen besteht darin, dass man Emotionen auch künstlich erzeugen kann.

Wenn Du Dir beispielsweise an einen schönen Strandurlaub denkst, wie die Sonne Dir ins Gesicht scheint, Du die Füße im warmen Sand vergräbst und die Wellen rauschen hörst:
Was macht das mit Dir?
Geht es Dir augenblicklich besser?
Was fühlst Du?

Genau das sind keine Gefühle sondern die Emotionen, die hier geschaffen wurden. Einfach Durch Deine Vorstellungskraft.
Auch wenn Du Deinen Lieblingssong hörst, erzeugt dies Emotionen in Dir. Du empfindest dann - je nachdem, welche Message das Lied hat, welche Harmonien und Texte enthalten sind - zum Beispiel Freude, Gute Laune, Melancholie oder Du wirst nachdenklich gestimmt.
Die Werbeindustrie beispielsweise spielt sehr viel mit Emotionen, wie man sich denken kann.

Vielleicht hast Du auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Du Dich in einem sogenannten "Gefühlshoch" befunden hast und es Dir möglich war, dieses "Gefühlshoch" zu halten - einfach weil es Deine feste Absicht war.
In diesem Fall kannst Du davon ausgehen, dass es eine Emotion war und gerade eben kein Gefühl.



Unterscheiden lernen

Um zu unterscheiden, um was es sich gerade handelt bei Deinen Empfindungen, dienen Dir bestimmt schon die vorangegangenen Informationen, die Du gerade gelesen hast.

Zunächst geht es einmal mehr darum, Bewusstheit zu erschaffen.
Dafür ist es erst einmal gut, sich selbst und die eigenen Empfindungen zu beobachten, wertfrei wahrzunehmen, was in Dir passiert.

Fange beispielsweise jetzt gleich an und nimm wahr, was Du jetzt fühlst.
Frage Dich so oft es geht am Tag:
Was fühle ich in diesem Moment?

Auf diese Weise wirst Du Dir diese Frage irgendwann auch in Situationen stellen, in denen Du sie Dir normalerweise nicht stellst.
Beispielsweise in Streitsituationen.

Versuche alles bewusst wahrzunehmen und es zuzulassen!

Der nächste Schritt ist dann die Frage:
Was ist die Ursache dafür, dass ich dies und das gerade fühle?

Wenn Du nun auf diese zweite Frage keine eindeutige Antwort geben kannst (z.B. der Song, den ich gerade höre oder die Beschimpfungen meines Partners), dann handelt es sich um wahre Gefühle.


Warum lohnt es sich, Gefühle und Emotionen zu trennen?
Ganz wichtig: Sei Dir im klaren darüber, dass Du nicht Deine Emotionen bist. (Übrigens auch Deine Gefühle nicht 😉)
Du hast Emotionen und Gefühle, Du bist sie nicht.

So lernst Du, Dich selbst von Deinen Emotionen abzukoppeln und kannst beispielsweise - wie oben beschrieben - in Konfliktsituationen besonnener reagieren.
Denn ganz besonders Streits und Auseinandersetzungen werden so oft durch Emotionen und die Identifikation mit ihnen bestimmt und am Leben gehalten.
Nicht selten endet es mit beiderseitiger Resignation.
Und später fragt man sich: Worüber haben wir eigentlich gestritten?

Sobald Du die Identifikation mit Deinen Emotionen aufgibst, lässt Du Dich nicht länger von ihnen steuern!

Wahre Gefühle scheinen mir in unserer Zeit heute zudem wirklich selten geworden zu sein.

Wenn wir aber anfangen, uns unserer Gefühle und Emotionen bewusst zu werden, schaffen wir wieder Raum für die wahren Gefühle. Wir kommen wieder in unsere Kraft und lernen mit der Zeit, wieder auf unsere Gefühle zu hören.

Was für ein Geschenk!

© Maria Seidel


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