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Das falsche Selbst

Bist Du es oder hast Du es?

Oder hat es Dich?

Identifikationen

 

Mein Leben, mein Haus, mein Auto, mein Mann, meine Frau, meine Freunde, meine Katze, mein Job, mein Klamottenstil, meine Frisur, meine Meinung, mein Charakter, meine Macken, meine Allergie, meine Geschichte...

 

Die Menschheit scheint tatsächlich an einer kollektiven Störung zu kranken. Unser verstandesbasiertes Denken und Leben lässt die meisten Menschen den Blick nahezu vollkommen nach außen wenden.

 

So scheint das eigene Sein eng verknüpft mit dem, was den Menschen umgibt, mit seinem Besitz, seiner Vergangenheit, seiner Vorstellung von der Zukunft, seinen Gedanken usw.

 

Das sind - aus meiner Sicht - die Dinge, mit denen sich der Großteil der Menschen heute identifiziert und woran er sich definiert.

So schafft sich jeder Einzelne eine Identität, eine Art Schein-Selbst oder wie Eckhart Tolle es nennt das Ego - das falsche Selbst.

 

 

Was ist das Ego?

 

Das Ego ist eine Geburt des Verstandes, der heute nahezu unsere komplette Welt bestimmt. Es ist eine Schein-Identität, die Dein Verstand Dir gibt.

Es versucht fortwährend, sich selbst zu definieren anhand dessen, was im Außen sichtbar ist, denn nur mit der Welt im Außen, der Welt der Form kann der Verstand etwas anfangen. Alles, was nicht greifbar ist, fürchtet er.

 

Und weil der Verstand in unserer Welt, so wie sie sich momentan darstellt, so vorherrschend ist, ist dies - so denke ich - auch der Grund dafür, dass die spirituelle, feinstoffliche Ebene, die Bewusstseinsebene im Zwischenmenschlichen noch so befremdlich empfunden wird und im sogenannten "Alltag" kaum jemand darüber spricht.

 

Der Verstand fürchtet also alles, was er nicht begreifen kann und hält sich an der Welt der Form fest.
Durch die Identifikation des Menschen mit seinem Ego scheinen nun wiederum die Dinge im Außen ihrerseits das Sein des Menschen zu definieren.

 

Erkennbar ist dies allein an Begriffen und Sätzen, die mit meinmich oder mir beschrieben werden. Oder auch an den Eigenschaften, die Menschen sich zuschreiben und den Geschichten, die sie über sich erzählen:

 

"Ich bin (zu) groß/ klein/ dick/ dünn/ unzulänglich/ naiv ..."

"Ich bin ein Versager."

"Ich bin (nicht) kritikfähig."

"Ich habe heute einen miserablen Tag gehabt."

"Ich bin im Stress."

"Ich hatte eine schlimme Kindheit."

"Das kann echt mal wieder nur mir passieren!"

 

Nach meinen Beobachtungen gehen die Aussagen, die jemand über sich trifft, dabei häufig in eine negativ behaftete und damit eine langfristig destruktive Richtung, das heißt: Der Mensch schreibt sich selbst tendenziell eher weniger gute Eigenschaften zu - nach außen hin.

 

Natürlich gibt es auch die andere Seite. Hierbei handelt es sich dann, wie ich es sehe, um innere Überzeugungen, Glaubenssätze und Kontexte - also eher unausgesprochene Dinge.

 

"Ich bin der/ die Einzige, die hier weiß,  wie es richtig geht."

"Ich bin etwas besonderes."

"Autoritäten sind mir egal."

"Ich habe es nicht nötig, mich an Absprachen zu halten."

"Für mich gelten andere Regeln."

 

 

Wer spricht da?

 

All dies spielt sich auf einer den meisten Menschen unbewussten Ebene ab. Anhand von nüchterner Betrachtung der eigenen Denkweise und der eigens erschaffenen Ergebnisse im Außen lassen sich dann Rückschlüsse ziehen auf diese unbewusst wirkenden Glaubenssätze.

 

Sie definieren zum großen Teil das Ego - das falsche Selbst. Eine Identität, die im Grunde gar nicht vorhanden ist und mit dem, was wir als Menschen im Kern unseres Wesens sind, rein gar nichts zu tun hat.

 

Anhand dieser Erkenntnisse ist es dann wiederum möglich, die Glaubenssätze zu wandeln und die Kulissen des eigenen Lebens neu zu gestalten.

 

Oft sprechen wir bekanntlich auch von unserer "Persönlichkeit". Interessant ist dabei, wie ich finde, die Herkunft des Wortes zu untersuchen. Seinen Ursprung hat es im Altgriechischen. Das Wort prosopon (πρόσωπον) bedeutet dort "das, was man sehen kann", ""Antlitz", "Gesicht" oder auch "Maske". (wikipedia.org, 2018)

 

 

Trennung vorprogrammiert

 

Die starke Identifikation mit dem, was unser Verstand uns da glauben machen will, verhindert, dass wir Menschen die Verbundenheit mit allem erkennen und unsere Fähigkeiten als geistige Wesen leben.

 

Menschen ziehen sich Masken auf. Je nach Situation, Umständen, Gesellschaft und Mitmenschen, mit denen sie gerade zu tun haben. Sie spielen Rollen, sodass eine Begegnung von Wesen zu Wesen, von Selbst zu Selbst, kaum bis gar nicht möglich ist.

 

Wir fühlen uns getrennt von allem. Dies erschafft in unserer Welt - im großen wie im kleinen Stil, weltlich und persönlich - Ergebnisse, Umstände, Situationen, die wir im dualistischen System als Ungerechtigkeiten, Gedankenlosigkeiten, Skrupellosigkeiten o.ä. bezeichnen.

 

Es sind Ausdrücke des Menschenwahnsinns: Kriege, Zerstörung der Natur und Umwelt, Recourcenverschwendung, Tierquälerei, Menschenquälerei, Streit, Diffamierung, Entwertung, Verachtung, Respektlosigkeit, Ellenbogengesellschaft, Ignoranz...

Ein gemeinsames Gewinnen ist dabei ausgeschlossen.

 

 

Bei sich selbst beginnen

 

Eine Frage, die man sich immer wieder im Alltag stellen kann - vor allem, wenn man merkt, dass innerlich etwas aus dem Gleichgewicht gerät (Wut, Streitsucht, Abwehrhaltung, sich angegriffen fühlen) -, könnte z.B. lauten:

 

"Lebe und handle ich gerade im schöpferischen Sinne, aus meinem Selbst heraus?"

Und zur Forschung nach inneren Überzeugungen und wirkenden Glaubenssätzen beispielsweise:

 

"Wer sind andere Menschen für mich?"

 

Wie wäre es noch mit einem praktischen Tipp?

 

Für mich persönlich funktioniert die Methode sehr gut, mir als Erinnerung an meine entsprechende aktuelle Lernaufgabe - wie hier: das Verinnerlichen des Gedankens der Verbundenheit mit allem - ein Gummiband ans Handgelenk zu binden - ein handelsübliches Haushaltsgummi.

 

Und jedes Mal, wenn ich merke, dass ich nicht aus meinem Selbst heraus handle und denke, ziehe ich kurz daran.

 

Und während ich es anfang noch manches Mal vergesse oder von meinem Mann daran erinnert werde, ist es irgendwann automatisch und ab dann löst sich die destruktive Struktur im Innern allmählig auf bis das Band seinen Zweck erfüllt hat.

 

 Lieber Leser, wie wäre also schlussendlich die Vorstellung, ohne all die Begriffe und Geschichten rund um Deine "Persönlichkeit" zu leben? Einfach zu sein?

 

Als reines Bewusstsein?

© Maria Seidel


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