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Wenn ich nicht ich bin...

Kennst Du das? ...

Jemand beschimpft Dich. Jemand teilt Deine Meinung nicht. Du willst, dass die Dinge anders laufen, sich die Menschen um Dich herum anders verhalten. Die anderen müssen doch wissen, dass es Dir schlecht geht, Deine Bedürfnisse kennen und respektieren.

Oder es macht jemand eine schnippische Bemerkung über Dich, Du wirst diffamiert - subtil oder ganz offensichtlich.

 

"Was hast Du denn wieder angestellt?!"

"Wie? Du weiß nicht, dass dies und das und jenes passiert ist?"

"Was ist denn das für eine Einstellung, die Du hast?"

"Dein Verhalten macht mich wahnsinnig!"


Was passiert dann in Dir?

Fühlst Du eine körperliche Reaktion, krampft sich vielleicht etwas zusammen? Erstarrst Du?

Bist Du genervt? Fühlst Du Dich angegriffen?

Und hast Du das Bedürfnis, zurückzuschlagen?

 

Und dann passiert es: Du reagierst. Wie eine Maschine springst Du auf diesen Reiz von außen an.

Entgegnest etwas. Willst dagegenhalten.


"Lass mich in Ruhe!"
"Was weißt denn Du!?"

"Du bist doch auch nicht besser!"


Beleidigungen fallen, Dein Ton ist verändert.

Und Du willst um jeden Preis das Wortgefecht gewinnen. Recht haben. Den Anderen dasselbe spüren lassen, wie Du es gespürt hast. Du bist im Widerstand.

Möglicherweise hast Du sogar den Drang, Deinen Gegenüber körperlich anzugreifen... und am Ende signalisiert Dein System: Flucht. Bloß weg hier! Weg von diesem Menschen!

 

 

Wer bist Du? Wo bist Du?

 

Bist das tatsächlich Du, der/die dort so reagiert?
Die Antwort lautet: Nein.

Dein Selbst - die  Essenz Deines Seins, Dein Wesenskern, das Göttliche in Dir - würde so niemals verfahren, sind wir doch auf dieser Ebene mit allem und jedem verbunden. Daran hat Dein Selbst nicht den geringsten Zweifel.

 

Ein Verhalten, wie es oben beschrieben ist, suggeriert jedoch Getrenntheit. UND es unterstützt, begünstigt und schafft sie neu.

Nein, das bist nicht Du. Man könnte vielleicht sagen: Es ist ein Teil von Dir.


Was ist es also genau, das Dich so außer Dir sein lässt?

Kurz: Dein Verstand.

Dein Verstand und das aus der Identifikation mit Deinem Verstand geborene Ego - das falsche Selbst.


Es sind Deine Konditionierungen, Deine Programme, die Du Dir angeeignet und nach denen Du immer schon gehandelt hast. Dein ganzes Leben lang. Auf diese Art und Weise hast Du Dein bisheriges Leben bestritten. Du hast überlebt. Genau so.

Aufgrund Deiner Erfahrungen (überwiegend aus der Kindheit) hast Du dieses System so installiert - besser: Dein Verstand hat es installiert.

 

Und  Deinem Verstand geht es einzig und allein ums Überleben.

Dass ein derartiges Denken und Handeln langfristig dysfunktional ist (bezüglich zwischenmenschlicher Beziehungen, Erfolg, Erfüllung, Wachstum), ist für Verstand und Ego irrelevant.

 

 

Die Chancen erkennen

 

Dieser Mensch dort, der Dir kurz zuvor noch nahe stand, ist nun zu Deinem Gegner geworden, sodass Du vor ihm in dieser Situation fliehen willst. Dabei ist er nichts Geringeres als Dein Spiegel. Er macht Dich aufmerksam auf ein längst überholtes Prinzip, nach dem Dein "Überlebens"system noch immer funktioniert und das zutiefst ungünstig ist auf dem Weg zur Erfüllung.

 

Durch die Worte Deines Gegenüber fühlt sich Dein Ego bedroht, herabgesetzt, entwertet und das hält es nicht aus. Es befürchtet zu sterben und will sich selbst wieder erhöhen und über den Anderen stellen.

Und da Du Dich mit diesem falschen Selbst so sehr identifizierst, reagierst Du augenblicklich auf den Angriff.

 

Von meinem Standpunkt aus ist es wichtig, in einem solchen Moment, bei sich zu bleiben, klar die Situation von außen zu beobachten und ebenso sich selbst und die eigenen körperlichen Reaktionen wahrzunehmen.  Wertfrei.

Zu wissen: Das bin nicht ich. Es ist mein Ego, das sich behaupten und reparieren will.

 

Die Dinge sind wie sie sind. Genau so sollen sie sein. Die Worte deines Gegenüber sind Worte. Nicht mehr und nicht weniger. Dasselbe gilt für Deine innere Reaktion. Die Gegebenheiten ermöglichen Dir, zu wachsen. Ist das ein Grund zur Freude? ;-)

 

Die Devise lautet einmal mehr: Anerkennen was ist.

 

Wie fühlt es sich an, die Herabwertungen Deines Gegenüber zuzulassen, ohne Widerstand?

Präsenz zu zeigen und einfach zu sein?

Spürst Du den Raum, der in Dir dabei entsteht?

 

Je öfter diese Beobachterposition geübt wird, desto einfacher fällt es mit der Zeit.

Auf diese Weise gibst Du Dir selbst und auch deinen Mitmenschen die Gelegenheit zu nachhaltigem  inneren Wachstum.

© Maria Seidel


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