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Vertrauen ist gut...

...Kontrolle ist besser?
Was bedeutet das? In einer Gesellschaft, die überwiegend vom Verstand kontrolliert wird, ist es aus meiner Sicht kaum ein Wunder, dass Sätze wie diese kursieren und als "wahr" anerkannt und gelebt werden. Bewertungen und Kontrollwahn sind an der Tagesordung. Prinzipien, die dem Schöpferischen entstammen?

 Vor einer Weile begegnete mir auf dem Papierfähnchen eines Teebeutels das Zitat:

Alle Menschen werden weise und vollkommen geboren.

Wenn ich einmal mehr das Beispiel meines eigenen Sohnes nehme, kann ich diesen Sinnspruch ohne Weiteres bestätigen. Unser Sohn ist bereits - wie jedes Kind - vollkommen und bringt alles in diese Welt mit, was er braucht um zu wachsen – innerlich wie äußerlich.



Der anfängliche Anspruch

 

Bevor er geboren wurde, war es mir ein großes inneres Anliegen, dass unser Sohn im Gefühl eines vollkommenen Urvertrauens aufwächst. Um jeden Preis wollte ich, dass er weiß, dass ich für ihn da bin und seine Bedürfnisse erfüllt werden. Die inneren geistigen Ursachen dafür meinerseits liegen wirklich tief und  weisen zurück auf meine eigene Kindheit, auf das, was ich erlebt hatte und meine Interpretationen daraus. Für mich hatte sich die Situation so dargestellt, dass meine Eltern nicht genügend für mich getan hatten, damit ich eine starke Selbstsicherheit, ein - wie ich es zu formulieren pflegte - gesundes Selbstvertrauen aufbaue. In meinen Augen hatte ich mir diese Eigenschaften, die ich bei Gleichaltrigen  ohne Weiteres bereits beobachten konnte, mühevoll in späteren Jahren aneignen müssen.

Bei meinem eigenen Kind wollte ich es also von Anfang an besser machen, beweisen, dass es besser geht. Letztendlich, dass ich etwas Besseres bin. Alles sollte "richtig" sein. Ich wollte es unter gar keinen Umständen "falsch" machen (so wie ich es tief in meinem Innern von meinen eigenen Eltern dachte) .

Mit hinein spielte insgesamt eine Art Überheblichkeit, die ich mir in der Zeit zulegte, als ich das Elternhaus gerade verlassen hatte. In mir wirkten Kulissen wie etwa: "Ich allein weiß, wo es langgeht und wie man die Dinge angeht.", "Die Anderen haben ja keine Ahnung, weil sie sich mit der Materie gar nicht ausreichend  beschäftigen.", "Was wissen denn die Alten schon?!". Diese Glaubenssätze lebte ich zu dieser Zeit noch immer, natürlich ohne dass es mir bewusst war.

So kam es, dass ich im Umgang mit unserem Sohn nahezu alles gab. Gab er nur einen kurzen Laut von sich, der ein potentielles Unwohlsein anzeigte, ließ ich augenblicklich alles stehen und liegen und rannte praktisch mit Blaulicht zu meinem Kind. Und die Tatsache, dass ich die Dinge am liebsten alle selbst erledigte (denn nur ich konnte es ja "richtig" machen), trug ebenfalls ihren Teil bei. Mich selbst stellte ich immer hinten an und mein Spiegelbild quittierte dies rein äußerlich  mit dunklen Augenringen und einer  fahlen Hautfarbe.

Es galt also, zu lernen, dass es der Situation nicht dienlich ist und niemandem nützt, wenn ich mich selbst dabei gänzlich vernachlässige, mich gar aufopfere und immer wieder und immer mehr zurückstecke. Denn: Was ist mein Sohn in diesem Spiel, wenn ich das Opfer bin? Welche Rolle zwänge ich ihm da auf? Es ist ganz klar die Rolle des Täters.

Was ist es für eine Hypothek für ein Kind, der Grund dafür zu sein, dass die Mutter kaum noch Zeit für sich selbst hat?

Hinter allem akribischen Tun und Machen, das mich als "gute Mutter" kennzeichnen sollte, blieb in mir das Vertrauen zurück.

(Und obendrein: Wer wären vor diesem Hintergrund Frauen, die bestrebt sind, ihre eigenen Bedürfnisse genauso zu beachten wie die ihrer Kinder? Etwa "schlechte Mütter"?)

 

 

Rückbesinnung

 

Auf diesem Wege lernte ich also, loszulassen, mich auf mich selbst zurückzubesinnen, des öfteren innezuhalten und: zu vertrauen. Vertrauen in das Universum, in mein Kind und in meine eigenen Fähigkeiten. Ich danke unserem Sohn, dass er mich daran erinnert hat! Denn, was mir jetzt klar ist: Er hatte und hat dieses Urvertrauen bereits. Als Neugeborener gab er sich dieser Welt gewissermaßen hin, in vollstem Vertrauen und ohne jeglichen Zweifel an der Welt - in Unbedarftheit und Leichtigkeit.

Wenn er heute weint, weiß er bereits, dass er getröstet wird, zu Essen bekommt oder gestillt wird. Es gibt immer wieder Momente, in denen es ihm nicht 100-prozentig gut geht und dennoch schenkt er uns jeden Morgen und mit jedem Aufwachen aus dem Schlaf ein zauberhaft strahlendes Lächeln, das die Werte von Liebe, Fülle und Vertrauen in absoluter Form offenbart.

 

 

Und wie sieht es bei uns aus?

 

Ich stelle immer wieder fest – vor allem bei mir selbst – dass es scheinbar schwerfällt, heutzutage im Vertrauen zu leben – beginnend beim Vertrauen zu sich selbst. Oft höre ich folgende Sätze, die beiläufig gesprochen werden, aber nicht weniger die inneren Glaubenssätze und Kulissen offenlegen: "Ach, ich bin ja auch wieder eine Kanaille heute!", "War ja klar, dass mir das wieder passiert.", "Ich krieg' das bestimmt nicht hin..." und so weiter.

 

Wirkliches, tiefes Vertrauen zu leben, scheint nicht einfach zu sein. Wir werden in eine Umgebung hineingeboren, die überwiegend auf der Ebene der Dualitäten operiert. Dort wird stets das "Entweder-Oder-Spiel" gespielt. Gut oder schlecht. Tüchtig oder faul. Erfolgsmensch oder Versager. Sicherheit oder Unsicherheit. Wir bekommen gelehrt, dass alles unsicher ist und man am besten sein komplettes Leben durchgeplant hat.  Angetrieben durch angstbesetztes Denken scheinen die Menschen immer irgendwie nach Sicherheit zu streben. Nach letztlich unerreichbarer Sicherheit. Denn das Universum kennt weder Sicherheit noch Unsicherheit noch all die anderen gegensätzlichen Prinzipien. Doch der menschliche Verstand, der für unsere Gesellschaft so prägend ist, weiß das nicht.

So kommt es etwa, dass wir Ideen  haben, dann aber gar nicht erst damit anfangen, sie umzusetzen, weil uns unser Verstand – meist im gemeinsamen Gesang mit den zweifelnden Stimmen unserer Umgebung – suggeriert, wir müssten womöglich sterben, wenn wir ein (vermeintliches) Risiko eingingen.

 

 

Ginge es denn auch anders?

 

Aus meiner Sicht können wir als schöpferische Wesen alles erreichen, was wir uns nur vorstellen können. Es ist eine Frage der Absicht und es geht einmal mehr um Selbstbeobachtung und Achtsamkeit, darum, sich auf die Schliche zu kommen und zu verstehen, wie die eigenen Muster funktionieren, nach denen man bisher gelebt und (re)agiert hat. Der Beginn ist immer im Jetzt. Dabei geht es auch darum, die momentanen Gegebenheiten anzuerkennen: Ja, so bin ich. Ich weiß, was ich habe und was ich kann. Und ich weiß, was ich noch nicht kann. Und ich bin bereit, zu wachsen. Ich verdiene es, in Liebe, Fülle und Vertrauen zu leben.

 

In einer Welt, in der alle Menschen die Prinzipien von Liebe, Fülle und Vertrauen leben würden, gäbe es wahrscheinlich keine Haustürschlüssel, keine Lebensversicherungen, keine Beschwerden und kein Klagen über sich selbst, andere Menschen und die Umstände mehr. Tatsächlich hätte die Welt wahrscheinlich sowohl optisch, als auch energetisch eine gänzlich andere Anmutung.

 

Wie wäre es – schon allein aus reiner Neugierde, – in Anerkennung dessen, was ist, den nächsten Schritt zu wagen und ebendiese Welt gemeinsam anzustreben?

© Maria Seidel


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