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Buchrezension: "EINE NEUE ERDE" von Eckhart Tolle

Mit dem Untertitel seines Buches "Eine neue Erde" deutet Eckhart Tolle auf die Dringlichkeit eines Wandels im Menschen hin: "Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung".
Und darum geht es ihm.
Sein Werk wirft einen Blick auf die absoluten Anfänge des menschlichen Bewusstseins, beginnend an einem Tag auf der Erde vor 114 Millionen Jahren - noch vor jeglicher menschlicher  Bevölkerung, - und nimmt uns mit auf eine Reise in die tiefsten Schichten unseres Seins. Eckhart Tolle stellt dem Leser die Konstitution unseres Seins dar und macht deutlich, dass unser Zeitalter weitestgehend von einem Prinzip geprägt wird, das die Selbstzerstörung des Menschen unweigerlich voranschreiten lässt:
das Ego.

Wir leben im Ego-Zeitalter. Es scheint, dass die Menschen sich immer mehr von sich selbst entfernen - sowohl von einander als auch jeder einzelne von sich ganz persönlich. Eckhart Tolle spricht von einer Störung - vom Ego-Wahnsinn.

 

Es ist der Teil im Menschen, der uns von unserem Selbst fernhält. Durch jahre- und jahrzehntelange Konditionierung geprägt, bewirken die Egos dieser Zeit die Auflösung des Miteinander unter den Menschen, die sich immer mehr separieren. Unser unermessliches Potenzial als göttiche Wesen wird dadurch unterdrückt.

Das Ego bewertet die Dinge und will stets Fallhöhen schaffen, denn scheinbar erträgt es nicht, mit anderen Menschen "gleichwertig" und damit auf Augenhöhe zu sein. Es will im Recht sein und sich über andere erheben.

Daher entwertet das Ego den Gegenüber - entweder subtil oder auf ganz direkte Art und Weise:
"Was machst du denn heute wieder für ein Gesicht?",
"Weißt du denn nicht, dass dies oder jenes passiert ist?",
"Du weißt schon, dass man dies oder jenes so und so macht?!"
Das Ego will im Recht sein und andere herabsetzen: "Siehst Du, das habe ich dir doch gleich gesagt!"
Der Befehlston ist ebenfalls ein Element der Egosprache: "Mach dies, lass das!", "Du kannst schon mal das Auto vorfahren."

Auch Jammern, Klagen, Grollen und über andere Menschen schlecht reden, zeugt von einer Ego-Aktivität.

 

Eckhart Tolle stellt dem Leser dar, dass die meisten Menschen zudem fortwährend dabei sind,  Rollen zu spielen: Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Ehemann, Ehefrau, Bankangestellter, Bauarbeiter, Krankenschwester, Bäcker, Sportler, Raucher, Nichtraucher, ... Aber was haben diese Rollen mit unserem Selbst, unserem SEIN zu tun?

Durch die ständige Identifikation mit den Dingen, mit Besitztümern, vermeintlichen Charaktereigenschaften und schließlich mit dem eigenen Denken und den daraus folgenden Gefühlen hält uns das Ego von der Ebene des Seins fern - jener Ebene, auf der wir tatsächlich in Harmonie sind mit dem Universum, dem universellen Sein, mit dem, was traditionell "Gott" genannt wird. Den Schlüssel dazu sieht er in dem gegenwärtigen Augenblick. Das Ego unterbindet diese Versöhnung der Welt mit Gott.

Durch die absolute Anerkennung dessen, was ist, treten wir jedoch aus dem Rad der Zeit und der Welt der Form aus und hinein in das Formlose und schaffen so einen Raum, aus dem heraus ein Neues Denken entstehen kann und damit ein Sein in absoluter Bewusstheit. Wir sind präsent. Wir nehmen die Situation, den Menschen, die Dinge an und werden zum Beobachter im ewigen Jetzt.

 

Wie wäre es, jegliche Identifikation fallen zu lassen? Zu leben ohne sich sich selbst und anderen gegenüber zu definieren und einfach zu SEIN?

 

Wie wäre es, durch Anerkennung und Bewusstheit gemeinsam das Zeitalter der NEUEN ERDE einzuläuten?

 

Aus meiner Sicht ist die Thematik des Ego-Zeitalters aktueller denn je. Und so oft habe ich beim Lesen gedacht: Er spricht mir aus der Seele! Genau das ist es, was ich bei anderen Menschen und vor allem auch bei mir selbst beobachte. Bestimmte Muster, die einfach immer wieder auftauchen. Jemand stellt mir eine Frage: Warum tust Du dies oder jenes? Und augenblicklich bekomme ich ein Gefühl als hätte mich jemand gestoßen, in die Enge getrieben. Was dann folgt ist ein konditionsbedingter Automatismus: Ich fange an, mich zu rechtfertigen, die vermeintliche Schuld zurückzuweisen.
Häufig stellt alleine schon eine andere Meinung des Gegenüber einen Angriff auf das Ego dar und es will sich sofort rechtfertigen oder besser noch: mit einer offensiven oder gar despektierlichen Reaktion gegensteuern und sich selbst wieder über den Anderen erheben - Eckhart Tolle nennt dies den "Egoreparaturmechanismus". Mir pesönlich hilft es nun, wenn ich weiß, um was es sich in solchen Momenten handelt. Ich weiß: Ich habe ein Ego. Ich bin nicht mein Ego. Es ist lediglich ein Teil von mir. Und jetzt, da ich seine Prinzipien kenne, kann ich die Herrschaft meines Verstandes über mein Selbst beenden und ihn in Dankbarkeit als Diener meiner Intuition nutzen.

So komme ich wieder in Berührung mit mir selbst und mit der Ebene des Universellen Seins, mit der Schöpfung, mit Gott. Danke Eckhart Tolle!

"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr."

Offenbarung des Johannes, 21,1

© Maria Seidel


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